StartseiteIhr meine FreundeApostel Matthias

Als Gedenktag verzeichnet die römisch-katholische Kirche den 24. Februar (in Schaltjahren 25. Februar), dazu im Lokalkalender des Bistums Trier den 18. Juli als Tag der Überführung der Gebeine. Die griechisch-orthodoxe und die syrische Kirche ehren Matthias am 9. August, die äthiopische und die koptische Kirche am 4. März

"Matthias" ist die Kurzform des gräzisierten Namens "Mattathias", abgeleitet vom hebräischen "Mattitjah" (d.h. "von Jahwe gegeben" bzw. " Geschenk Gottes"). Zu den am Beginn der Apostelgeschichte berichteten Ereignissen gehört die Ergänzung des Zwölferkreises (Apg 1, 15-26). Im Anschluss an eine ausführliche Rede des Petrus vor der versammelten Gemeinde, in der er das Ende des Verräters Judas Iskarioth schildert und die Notwendigkeit der Vervollständigung des Apostelkollegiums auf die Zwölferzahl heraushebt (Apg 1,20), findet eine Wahl zwischen "Joseph, genannt Barsabbas, mit dem Beinamen Justus, und Matthias" (Apg 1,23) statt. Nach Apg 1,26 fällt das Los auf Matthias, der "den elf Aposteln zugerechnet wurde". Abgesehen von Apg 1,21 f., wonach der zu Wählende zu den ersten Jüngern Jesu zählt, enthält das übrige Neue Testament keinen weiteren Hinweis auf Person oder Wirken des Matthias.

Wegen der großen Bedeutung des Zwölferkreises für die früheste Geschichte der Jerusalemer Urgemeinde ist jedoch an der Historizität des in Apg 1,23-26 geschilderten Vorgangs nicht zu zweifeln. Allerdings hat sich aufgrund der fehlenden biographischen Angaben schon früh die Legende des Matthias bemächtigt, wobei die vielfältigen und teilweise widersprüchlichen Überlieferungen einerseits an das dürftige Zeugnis der Apostelgeschichte anknüpfen und dieses ausgestalten, andererseits Nachrichten und Geschehnisse, die mit anderen Personen verbunden sind, auf Matthias übertragen, z.B. von Paulus und (infolge Namensverwechslung) von Matthäus.

Einer sehr vagen Tradition zufolge (Eusebios, HE I 12,3) stammte Matthias aus einer wohlhabenden Familie in Bethlehem, habe Jesus in jungen Jahren kennen gelernt und zu den 70 Jüngern gehört, die er zur Verkündigung des Reiches Gottes aussandte (vgl. Lk 10,1 und Apg 1,21). Nach seiner Wahl wirkte Matthias in Judäa, nach anderen Quellen in Äthiopien, Griechenland oder sogar im Kaukasusgebiet. Schon im 2. Jahrhundert kursierte eine nur bruchstückhaft erhaltene (gnostische?) Evangelienschrift unter seinem Namen.

Wie Matthias gestorben ist, ist strittig. In der Legenda Aurea berichtet Jacobus de Voragine, Matthias sei in Frieden gestorben. Laut anderen Überlieferung erlitt er in Jerusalem den Märtyrertod, als er gesteinigt oder enthauptet wurde. In der Legenda Aurea wird weiter berichtet, dass die Überreste des Apostel von Judäa nach Rom gebracht worden sei sollen.

Clemens von Alexandria schrieb in den Schriften des Clemens von Alexandria, Buch VI, Kapitel XIII über ihn:„Nicht dass sie als Apostel auserwählt wurden aufgrund hervorragender Eigenschaften ihrer Natur, denn auch Judas war zusammen mit ihnen auserwählt. Aber sie waren dazu fähig Apostel zu werden, weil sie durch Ihn auserwählt wurden, der sogar die letzten Fragen vorhersieht. Matthias, dementsprechend, der nicht zusammen mit ihnen auserwählt war, zeigte sich würdig, ein Apostel zu werden, ist Ersatz für Judas.“

DatenschutzerklärungKontaktImpressum